Sonderausstellung im Kreuzgang anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der Sommerakademie

Hans Reijnders - Bildhauerkunst

Hans Reijnders präsentiert fünf ausgewählte Objekte aus seinem Schaffen. Die kleine aber feine Sonderausstellung ist bis zum 30. Juli täglich während der Öffnungszeiten des Kaiserdoms im Westarm des Kreuzgangs zu sehen. 

HANS REIJNDERS

  • Steinbildhauer und Bildhauerkünstler
  • *15.08.1946 in Amsterdam
  • Ausbildung an der Rijksakademie Amsterdam
  • Er lebt und wirkt in Venlo und Königslutter
  • Seine Werke haben eine weltweite Verbreitung
  • Hans Reijnders ist Mitinitiator der Sommerakademie am Kaiserdom

 

Sonderausstellung im Kreuzgang anlässlich des diesjährigen Domfests

"Von der Wiege bis zur Bahre"

Das FrauenKulturMuseum hat sein Archiv geöffnet und im Kreuzgang des Kaiserdoms historische Kleidungsstücke präsentiert, die zu den kirchlichen Festtagen getragen wurden. Die Taufe, Kommunion, Konfirmation, Hochzeit und Totenfeier sind Höhepunkte im Leben eines Christen, die durch besondere Festkleidung gewürdigt wurden. Außerdem gab es einige moderne Interpretationen zu sehen, die extra für diese Ausstellung gefertigt wurden.

Die christlichen Feste des Lebens finden in besonderen Phasen des Lebens statt, in denen sich im Leben eines Menschen etwas Entscheidendes ändert. Taufe: Beginn des Lebens, Kommunion/Konfirmation: Schwelle zum Erwachsenwerden, Hochzeit: Gründung einer Familie, Bestattung: Tod.

Mit der Taufe werden Menschen in die Glaubensgemeinschaft der Christen aufgenommen. Traditionell trägt das Kind zur Taufe ein Taufkleid, damit das Fest gebührend begangen wird. Das Taufkleid ist schneeweiß und lang und symbolisiert die Reinheit des Geistes und die Befreiung von Schuld. Die Taufkleider wurden oft als Erbstück in der Familie weitergegeben, was den Kleiderzuschnitt des frühen 19. Jahrhunderts in späteren Jahrzehnten bewahrte. Die Namen der getauften Kinder sind möglicherweise eingestickt und gerne verwendet wurden Baumwollbatist, Baumwolltüll oder Seide, oder es wurde der Brautschleier der Mutter verarbeitet.

Die Erstkommunion ist in der katholischen Kirche nach der Taufe ein weiterer Schritt zur vollen Aufnahme in die Gemeinschaft der Gläubigen. Abgeschlossen wird diese Aufnahme mit dem Empfang des Sakraments der Firmung. Jugendliche, evangelische Christen werden in einem feierlichen Gottesdienst in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen und sind von diesem Moment an vollwertige Mitglieder der Kirchengemeinde.

In der Zeit vor 1900 waren die Kommunion- und Konfirmationskleider schwarz, die Jungen trugen einen schwarzen Anzug mit langen Hosen und Hut. Danach trugen die Mädchen weiße Kleider. Weiß soll an die christlichen Anfänge erinnern, als Anhänger Jesu Christi in weißen Gewändern getauft wurden. Im Laufe der Zeit wurden die Kleider mit immer neuen Schnitten und modischen Accessoires gestaltet. Ganz oft wurden früher diese weißen Kleider in der Familie weitergereicht oder eingefärbt und als Sonntagskleider noch lange getragen.

Bei der kirchlichen Trauung wird Gottes Segen und Liebe für die Ehe und das Brautpaar erbeten. Aus praktischen Gründen waren Brautkleider früher in der Regel schwarz und damit sollte mitunter auch die Frömmigkeit der Braut betont werden. Zudem war der dunkle Stoff einfacher zu reinigen und konnte zusätzlich auch zu mehreren Anlässen getragen werden. Es war verpönt, Kleider nur zu einem einzigen Anlass zu tragen. Da der Adel ab dem 17. Jahrhundert ganz in Weiß heiratete kombinierten die Bräute zum schwarzen Kleid einen weißen Schleier bis sich dann im 20. Jahrhundert weiße Hochzeitskleider durchsetzen.

Der Trauergottesdienst soll den Hinterbliebenen Trost spenden und bildet einen feierlichen, würdevollen Rahmen für den Abschied von einem geliebten Menschen. Das Totenhemd ist ein weißes, oft auch verziertes Hemd, mit dem der Tote bekleidet wurde. Leichenhemden hatten unterschiedliches Aussehen je nach Gegend. Man nähte schon früh die bei der Beerdigung unabdingbaren Totenhemden und bewahrte sie treulich bis zum letzten Stündlein. In einigen Gegenden brachten Bräute ihr Totenhemd mit der Aussteuer mit.

Interessierte können die Ausstellungstücke jetzt in den Räumlichkeiten des FrauenKulturMuseums hinter der Stadtkirche bewundern. 

Das FrauenKulturMuseum bedankt sich ganz herzlich bei der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz für die Möglichkeit, den einmaligen Kreuzgang für die Ausstellung zu nutzen. Was für ein tolles Ambiente! Besonders Frau Dr. Beichler war dabei eine große Unterstützung, danke auch dafür.